Über TCM

Therapiemethoden

Für die Anwendung jeder Methode ist eine an der TCM orientierte Diagnostik wichtige Voraussetzung.

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Kräutertherapie
In der chinesischen Arzneimitteltherapie werden überwiegend Pflanzen, aber auch Mineralien und tierische Produkte verwendet. Aus diesen „Kräutern“ bestehen die klassischen Rezepturen, welche seit Hunderten von Jahren erprobt sind und als Auskochungen, Pulver, Pillen oder alkoholische Auszüge bei einer Vielzahl von gesundheitlichen Störungen angewendet werden.

Die Mischungen werden individuell zusammengestellt und können auch aus Abwandlungen klassischer Rezepturen bestehen. Durch die Kräutertherapie werden Zustände der Leere aufgefüllt, Zustände der Fülle entlastet, der Qi-Fluss harmonisiert oder krankmachende Faktoren ausgeleitet. Oft ist auch eine Kombination mit anderen Methoden sinnvoll, beispielsweise der Akupunktur.

Der Kräutertherapie kommt bei sehr vielen Indikationen eine therapeutisch zentrale Stellung zu. Daher wird sie sehr häufig angewendet.

Akupunktur
Durch Akupunktur werden gezielt Körperfunktionen beeinflusst. Das präzise Einstechen feiner Nadeln an genau definierten Orten gleicht die Qi-Zirkulation des Körpers aus. Die Organsysteme werden angeregt, reguliert oder gedämpft, was die Selbstheilung aktiviert. Die Akupunkturpunkte liegen auf einem Netzwerk, das als Meridiansystem bekannt ist und die Verbindung zwischen der Körperoberfläche und den inneren Organen herstellt.

Moxibustion
Bei der Moxibustion (kurz „Moxa“) werden einzelne Akupunkturpunkte durch das Abbrennen von Moxawolle (Beifuss-Wolle, lat. Artemisiae vulgaris) erwärmt. Die physische Wärme fördert die Durchblutung, während die energetische Wärme tief in den Körper eindringt und Kälte als krankmachenden Faktor vertreibt. Dabei wird die Qi-Zirkulation stark angeregt. Moxa wird häufig bei akuten oder chronischen Schmerzen angewendet.

Ohrakupunktur
Die Ohrakupunktur kann durch westliche neurophysiologische Modelle gut verstanden werden und wurde durch den in Lyon praktizierenden Franzosen Paul Nogier (1908-1996) entwickelt. Ein chinesisches, parallel existierendes Modell stimmt mit jenem von Nogier weitgehend überein. Mit der Ohrakupunktur werden v. a. Schmerzen und Störungen des vegetativen Nervensystems behandelt. Oft werden Ohrakupunktur und Körperakupunktur in Kombination angewendet.

Tui Na / An Mo / Manuelle Therapien
Tui Na ist eine der ältesten Therapiemethoden überhaupt. Durch Massagetechniken werden Akupunkturpunkte stimuliert und der Qi-Fluss in den Meridianen angeregt. Dabei werden Blockaden im Meridiansystem beseitigt. Behandelt werden damit vor allem Störungen des Bewegungsapparates.

Schröpfen
Beim Schröpfen werden Gläser mit Unterdruck auf die Haut aufgesetzt. Der Unterdruck zieht Blutzellen aus den Gefässen ins umliegende Gewebe, was an der rot-blauen Verfärbung der Haut erkennbar ist. Da diese Zellen nicht dorthin gehören, wird als therapeutischer Effekt ein starker „Reparaturvorgang“ ausgelöst. Schröpfen kommt bei Muskelverspannungen, Erkältungen oder Muskelschmerzen zum Einsatz.

Ernährungslehre
Bei der chinesischen Ernährungslehre werden neben der stofflichen Zusammensetzung der Nahrung auch deren energetische Eigenschaften berücksichtigt. Sie dient sowohl der Verhinderung von Erkrankungen als auch der therapeutischen Begleitung.

Tai Chi / Chi Gong
In täglicher Übung wird durch körperliche Bewegung aus der Stille (Schattenboxen / Tai Chi) und geistige Konzentration (Chi Gong – deutsch: Chi-Arbeit) der harmonische Fluss des Qi aufrechterhalten, wodurch Krankheiten verhindert werden. Nach einführenden Kursen können Tai Chi und Chi Gong zu Hause praktiziert werden.